Lieder, Songs, Chansons


 Wie die Singer-Songwriter Legende Leonard Cohen kommt Sven Görtz ursprünglich von der Literatur. Er ist ein Dichter, der singt. Zu 99% auf Deutsch, doch auch auf Englisch, Französisch, Italienisch, Tschechisch.


Sven Görtz

Dein rotes Haar

 

Ich hab´ mich in dein rotes Haar verliebt

 

Im Sommer war das Gras so tief

Dass jedermann dran vorüber lief

Im Gras hab´ ich dein Herz gespürt

Und du hast meine Glut geschürt

Und kaum dass es mit uns begann

Da schmolz er hin, der stolze Mann

Weil es dich für mich nur einmal gibt –

Ich hab´ mich in dein rotes Haar verliebt

Ich hab´ mich in dein rotes Haar verliebt

 

Im Feld im schönsten Sommer war

Der rote Mond rot wie dein Haar

Doch öd´ und leer liegt nun die Welt

Und weißer Flaum begräbt das Feld

Die letzten Rosen welkten hin

Deine Liebe wird mein Winter-Sinn

Weil es dich für mich nur einmal gibt

Ich hab´ mich in dein rotes Haar verliebt

Ich hab´ mich in dein rotes Haar verliebt

 

Und du sagst, dass es bald Kinder gibt

Wenn man sich in dein Haar verliebt

Wie Blut so rot, so rein wie schnee

Still und stolz wie ein Wintersee

Und im Märzen kehrt der Frühling

Dann sind wir zwei vereint zu drein

Weil es dich für mich dann zweimal gibt

Ich hab´ mich in dein rotes Haar verliebt

Ich hab´ mich in dein rotes Haar verliebt

 

Text: François Villon, Paul Zech, Sven Görtz

Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

La bella donna dal Mare

La bella donna dal Mare

Zur Linken Zephir, der Wind

Viele tausend Male

Stand ich vor deinem Bild

La bella donna dal Mare

Zur Rechten im Kleid

Des Frühlings Thallo, die Hore

Zu deinem Schutze bereit

 

Und du so rein und schön und schüchtern

Hüllenlos entstiegen dem grünen Meer

Deine Schönheit so verletzlich und so nüchtern

Ich vermisse dich an jedem Abend mehr

 

La bella donna dal Mare

Im Zauber des Blicks

Im Schutze deiner Haare

Erkennst du Leere und Glück

La bella donna dal Mare

Auf dem Muschelthron

Erlauschst du das Wahre

Auf den allerersten Ton

 

Wer unter der Sonne, wer kennt dich besser

Als ich, der ich dich liebe, weil ich dich schuf?

Wer wohl führt der Klagen allerschärfste Messer

Wer vernimmt den letzten einsam hellen Ruf?

 

La bella donna dal Mare

Zur Venus geboren

Mehr als ich ertrage

Zur Schönheit erkoren

La bella donna dal Mare

Was siehst du in mir?

Nur das, was ich habe?

Meine Liebe zu dir?

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Deine Liebe war der Sinn

Verrückt in deiner Liebe

Beglückt in meinem Wahn

So hielt ich deine Hände

Und hielt die Stunden an

Mein Herz flog zwischen dir und mir

Hin und her und hin

Meine Liebe war ein Lichter Blitz

Deine Liebe war der Sinn

 

Vereint in deiner Güte

Begütert durch dein Glück

Glitten wird gen Himmel

Hin und gleich zurück

Das Licht in deinen Augen

War mein himmlischster Gewinn

Meine Liebe war der Frühlingsswind

Deine Liebe war der Sinn

 

Seiher sind viele Jahre

Geflossen hin und her

Ich suche deine Augen

Und finde sie nicht mehr

Wir waren viel zu spät für dich

Zu früh für was ich bin

Meine Liebe war der Reim im Licht

Deine Liebe war der Sinn

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Wer bist du?

Ich treffe dich in einer Sternennacht

In deiner offenen Tür,

Ich staune. Was mir der Tag gebracht,

Das trage ich zu dir.

Ich frage nicht wozu,

Ich frage, wer du bist,

In welcher Zunge du

Mir einmal Antwort gibst.

 

What´s your Name today?

What´s your Name today?

Tu t´apel comment?

What´s your Name today?

Wer bist du?

Wer bist du?

 

Wer früh durch alte Schlösser schlich,

Der schärft einst auch seine Feder.

Wer früh durch Wälder strich,

Der tut es immer wieder.

Du hast mich lachen sehen

Mein Herz in stiller Nacht

Du kannst die Träume sehen

Frei und unbewacht.

 

What´s your Name today?

What´s your Name today?

Tu t´apel comment?

What´s your Name today?

Wer bist du?

Wer bist du?

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Das Lied vom Küssen

Und ich kannte einst ein Mädchen

So rau wie ein Vieh

Wiewohl keine Schönheit

Küsste keine so wie sie

Ich küsste sie im Mondenschein

Bis der Morgen graute früh

Ich vergaß bald ihren Namen

Doch ihre Lippen, die vergesse ich nie

 

Und ich kannte einst ein Mädchen

Das war schön von Angesicht

Sie konnt´ auch gut erzählen

Bloß küssen konnt´ sie nicht

Sie war in allem wunderbar

Zum Beschweren gab´s keinen Grund

Bloß schlug mein Herz nie höher

Wenn ich küsste ihren Mund

 

Sie war in allem wunderbar

Zum Beschweren gab´s keinen Grund

Bloß schlug mein Herz nie höher

Wenn ich küsste ihren Mund

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Dein aller schönstes Kleid


Wenn in der Nacht die Schatten sinken


Machst du dich zum Fest bereit


Und schlüpfst in Dein

Allerschönstes Kleid

 

Und sprühst Shalimar ins Haar

Und legst deine Perlen an

Dein Taxi wartet

In der Nacht

 

Und Du schwebst dahin auf Wolken einer Göttin gleich

Du fliegst wie ein Vogel frei

In den Ketten der Nacht

In lichter Pracht

Und Dunkelheit

In deinem allerschönsten Kleid

 

Der Himmel hängt von Träumen voll

Zum schönsten Spiel bereit

In den Straßen schleichen Schatten vorbei

In den Straßen schleichen

Und du rufst in die stille Nacht

Um keine Antwort bang

Das Leben ist kurz

Die Tage lang

 

Und Du schwebst dahin auf Wolken einer Göttin gleich

Du fliegst wie ein Vogel frei

In den Ketten der Nacht

In lichter Pracht

Und Dunkelheit

In deinem allerschönsten Kleid

 

Wenn in der Nacht die Schatten sinken

Machst du dich zum Fest bereit

Und schlüpfst in Dein

Allerschönstes Kleid

 

Und sprühst Shalimar ins Haar

Und legst deine Perlen an

Dein Taxi wartet

In der Nacht

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Václav Havel, ahoj

Du kanntest sehr gut die menschliche Welt

Die Entfremdung ins sinnlose Wissen

Die Verlogenheit von Bruderküssen

Die Macht von Doktrinen und Geld

Doch nie sagtest du: „Das wird noch schlimmer,

Es ist wie es war und zwar seit immer.“

Du hattest ein anderes Streben

Wolltest in der Wahrheit leben

In der Wahrheit, versöhnt, gerecht, dir selber treu

Na shledanou, Václav Havel, auf Wiedersehen, ahoj.

 

Woher wusstest du, was Wahrheit ist,

Und was sie bedeuten sollte?

Du sahst, dass die weite Welt sie wollte.

Du sahst der Lügen Frist.

Und du hast für deine Hoffnung gekämpft

Dissident im Gefängnis, dann Präsident

Doch vielleicht hast du eines vergessen

Auch die Wahrheit, sie hat Interessen

Und mischt sie zu einem rauschhaften, heißen Gebräu

Na shledanou, Václav Havel, auf Wiedersehen, ahoj.

 

Du hast der Macht des Wortes vertraut

Doch Worte sind wendig wie Rauch

Und Worte schaffen Wahrheit dem auch,

der Paläste und Gefängnisse baut.

Denn Wahrheit ist launisch, dem Waisen ein Spiel

Dem einen zu wenig, dem andern zu viel

Für dich war Wahrheit ein ehrbares Fest

Ohne welches sich gut nicht leben lässt,

Ein Mensch warst du mit Seele, poetisch und scheu

Na shledanou, Václav Havel, auf Wiedersehen, ahoj.

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Sie lachte

Sie hatten sich beide

So herzlich lieb

Spitzbübin war sie

Er war ein Dieb

Wenn er Schelmenstreiche machte

Sie warf sich aufs Bett

Und lachte

 

De Tag verging

In Freud und Lust

Des Nachts lag sie

An seiner Brust

Als man ins Gefängnis ihn brachte

Sie stand am Fenster

Und lachte

 

Er ließ ihr sagen

„O komm zu mir

Ich sehne mich

So sehr nach dir.

Ich suche nach dir

Ich schmachte.“

Sie schüttelt das Haupt

Und lachte

 

Um sechse des Morgens

Ward er gehängt

Um sieben ward er ins Grab gesenkt

Sie aber schon um achte

Trank roten Wein

Und lachte

 

Text: Heinrich Heine

Musik: Sven Görtz

 

 

Niemandes Narr

Die Schmeichler sind fort

Die Gaukler dahin

In allen hast du dich getäuscht

Du hebst deinen Blick

Zu deinem Bild an der Wand

Vernimmst ein vertrautes Geräusch

 

Die Nacht widerhallt in Stimmen von Regen und Wind:

„Niemandes Narr zu sein, niemandes Königin“

„Niemandes Narr zu sein, niemandes Königin“

 

Die Meister der Stadt

Beäugen dich matt

Was sie denken hast du längst geahnt

Sie versprachen zu bleiben

Du hörtest ihr Wort

So war das alles nie geplant

 

Die Nacht widerhallt in Stimmen von Regen und Wind:

„Niemandes Narr zu sein, niemandes Königin“

„Niemandes Narr zu sein, niemandes Königin“

 

Du fragst ob ich weiß

Ob ich sehe und verstehe

Deine Stimme klingt wütend und leer

Ich führe deine Hand

Zu deinem Bild an der Wand

Nichts mehr

 

Die Nacht widerhallt in Stimmen von Regen und Wind:

„Niemandes Narr zu sein, niemandes Königin“

„Niemandes Narr zu sein, niemandes Königin“

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Chanson de liberté

In Amsterdam, da fanden wir

Den Traum von Barcelona

Die Ramblas an den Grachten

Und die Pracht der alten Schoner

In Pisa sagtest du zu mir

Es ist kein Ort wie dieser

Oder doch vielleicht der eine,

Ach vergessen, Mensch, wie hieß er?

 

Chanson de liberté

Chanson d´amour

Chanson de verité

Rêverie de grand jour

Rêverie de grand jour

Rêverie de grand jour

 

Aus Klagenfurt, da gingen wir fort

Du hattest alles über

In Toulouse war es noch ganz okay

Schöner war´s am Tiber

In London, Cardiff, Brüssel, Bonn

Da sagtest du zu mir:

„Leben ist, was dir passiert

Auf deinem Weg zu dir.“

 

Chanson de liberté

Chanson d´amour

Chanson de verité

Rêverie de grand jour

Rêverie de grand jour

Rêverie de grand jour

 

 

In Dresden hörten wir die Meute

Grölen noch und noch

Du hieltest dir die Ohren zu

Und sprachst nur von van Gogh

Wir liebten uns in Clermont-Ferrand

Und hatten Lust dabei

In Karlsbad warst du underdressed

In Höhn der letzte Schrei

 

Chanson de liberté

Chanson d´amour

Chanson de verité

Rêverie de grand jour

Rêverie de grand jour

Rêverie de grand jour

 

In Castrop-Rauxel und Paris

Am Wattenmeer vor Sylt

Da waren wir wir selbst wie nie

Und zu leben kühn gewillt

In Warschau warst du leise

In Berlin ganz oben auf

In Oslo wird´s noch besser sein

Ich freue mich schon drauf

 

Chanson de liberté

Chanson d´amour

Chanson de verité

Rêverie de grand jour

Rêverie de grand jour

Rêverie de grand jour

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Der Seher

Und ich sah an dem Strand einen einsamen Mann

Er blickte aufs Meere in schweigendem Bann

Das Meer war voll Tosen, voll Kämpfen und Blut.

Die Ebbe sah Sieger und Geister sah die Flut.

 

Und ich sah eine Schöne, die Schönheit war kalt

Das Lächeln war jung, doch die Augen uralt

„So komm du nur her, meine Seele, mein Glück“,

Flüsterte sie und trat in die Schatten zurück.

 

Und ich sah ein Mädchen wie ich keines je sah

Das Antlitz war Marmor und Silber das Haar

Sie hielt eine Taube sanft in der Hand

Die Taube rief „Freiheit“, als sie ins Dunkel verschwand.

 

Und ich sah einen Jungen, der Bachforellen fing

An der Stelle, wo zuvor ein Mächtiger ging

Kühn ließ er gleiten ins Wasser die Hand

Die Lieder der Wellen waren das, was er fand.

 

Und ich sah eine Stadt in Blüte und Not

Ich sah alle lachen und betteln um Brot

Wen kann man erweichen, wen niemand was hat?

Lachen macht glücklich, doch macht es nicht satt.

 

Und ich sah auch ein Dorf, erhellt in der Nacht

In Funken und Farben in schillernder Pracht

Die Menschen schliefen oder pflanzten sich fort

Niemandes Lippen lobten den Wunderort.

 

Und ich sah einen Mann mit Kieseln statt Augen

Und Beinen, die nicht mehr zum Wandern taugen

Er schenkte mir gütig sein letztes Wort:

„Dort, wo du hingehst, da ist dein schönster Ort“

„Dort, wo du hingehst, da ist dein schönster Ort“

„Dort, wo du hingehst, da ist dein schönster Ort“

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Es lacht in dem steigenden Jahr dir

Es lacht in dem steigenden Jahr dir

Der Duft aus dem garten noch leis

Flicht in dem flatternden haar dir

Eppich und ehrenpreis

 

Die wehende Saat ist wie Gold noch

Vilelicht nicht so hoch mehr und rein

Rosen begrüßen dich hold noch

Ward auch ihr Galnz etwas bleich

 

Es lacht in dem steigenden Jahr dir

Der Duft aus dem Garten noch leis

Flicht in dem flatternden haar dir

Eppich und ehrenpreis

 

Verschweigen wir, was uns verwehrt ist

Geloben wir glücklich zu sein

Wenn auch nicht mehr uns beschert ist

Als noch ein Rundgang zu zwein

 

Es lacht in dem steigenden Jahr dir

Der Duft aus dem garten noch leis

Flicht in dem flatternden haar dir

Eppich und Ehrenpreis

 

Text: Stefan George

Musik: Sven Görtz

 

 

Der Weg hinaus (Let´s go)

Der Weg hinaus ist leicht zu sehn

Und leichter noch zu gehen

Entlang der Städte, der großen Seen

Durch laubverschneite Alleen

So lass uns ziehen, das Signal erschallt

Denn Zögern macht uns nur alt

 

So let us go,

Yes, let us go

Allez, on y va, avant! maintenant

So, let us go now

You and I

Let’s go

 

Wir werden nicht lange alleine sein

Keiner von uns geht allein

Verbunden im Herzen, vereint im Geschick

Den Weg und die Himmel im Blick

Und wenn auch schreckliche Winde wehen,

Wir werden im Taumel bestehen

 

So, let’s go,

Yes, let us go

Allez, on y va, avant! maintenant

So, let us go now

You and I

Let’s go

 

So let us go,

Yes, let us go

Allez, on y va, avant! maintenant

So, let us go now

You and I

Let’s go

Let’s go

Let’s go

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz

 

 

Beim nächsten Mal

Beim nächsten Mal

Trägst du Blumen in deinem Haar

Beim nächsten Mal

Werden alle Vögel singen

Beim nächsten Mal

Endlich Disziplin und Charme

Beim nächsten Mal

Nur du und ich

 

Beim nächsten Mal

Werden sieben Wünsche wahr

Beim nächsten Mal

Viel klüger und viel dümmer

Beim nächsten Mal

Werden alle Masken fallen

Beim nächsten Mal

Nur du und ich

 

Beim nächsten Mal

Fliege Worte über Meere

Beim nächsten Mal

Stürzen alte Mauern ein

Beim nächsten Mal

Nur noch Poesie und Wunder

Beim nächsten Mal

Nur du und ich

 

Text und Musik: Sven Görtz

© 2017 Sven Görtz